Die hochheilige Osternacht

Mitfeier der Liturgie

Die Mitfeier der Osternacht ist hier per Live-Stream möglich.

Der Karsamstag ist der Ruhetag des Herrn nach seinem schmerzvollen Erlösungsleiden und deshalb auch der stillste Tag des Kirchenjahres. Gegen Abend versammeln sich die Gläubigen zur Feier der heiligen Osternacht. Es gilt das freudigste Ereignis im Leben des Heilands zu begehen – seine glorreiche Auferstehung.

Am Beginn dieser Feier wird das Osterfeuer gesegnet. Das Feuer ist ein Sinnbild Christi, der die Herzen erleuchtet und erwärmt. Wie alles, was die Kirche in ihrem Gottesdienst verwendet, durch Weihung gesegnet und erhoben wird, so bekommt auch dieses neue Feuer eine eigene und feierliche Weihe. Wie ein neuer lichter Stern und Engelchöre die Geburt des Herrn verkündeten und anzeigten, so soll das neue geweihte Feuer und Licht seine Auferstehung aus dem Grabe anzeigen und verkünden, d. h. seine Geburt zu dem unvergänglichen Leben.

Die Osterkerze selbst, die an diesem neuen Feuer entzündet wird, ist das Sinnbild des auferstandenen Heilands. Unter den herrlichen Lobgesängen, die der Priester über diese Kerze anstimmt, findet die Verkündigung des Ostergeheimnisses statt. Dieses unvergleichliche Weihelied wird nach seinem ersten Worte „Exsultet“ genannt.

Im Anschluss an das feierliche Osterlob werden die Lesungen vorgetragen, die von den großen Heilstaten Gottes berichten. Danach wird der Osterfreude nicht mehr zurückgehalten und bricht sich Bahn im Gloria. Sogleich ertönen die freudigen Klänge der Orgel und der Glocken, die seit Gründonnerstag stumm geblieben waren.

Nach der letzten Lesung, der Epistel, folgt ein ergreifender Augenblick: Zum Preis des Auferstandenen stimmt der Priester dreimal, jeweils in höherer Tonlage, das uralte kirchliche Osterlied – das festfrohe Halleluja – an. Danach wird die frohe Botschaft der Auferstehung im Evangelium vorgetragen.

Zur sich anschließenden Tauffeier wird die Osterkerze zum Taufbrunnen getragen. Der Priester senkt die Osterkerze, das Sinnbild Christi, der einst in das Wasser des Jordan stieg und es so heiligte, dreimal, in das Wasser des Taufbeckens. Ist die Weihe des Taufwassers vollendet, so kann nun die Taufe erfolgen. Danach besprengt der Priester sich selbst, die Umstehenden und die in der Kirche anwesenden Gläubigen mit dem geweihten Wasser, damit sich jeder an seine eigene Taufgnade erinnert und das Taufgelöbnis erneuert.

Die gesamte Osternacht ist durchdrungen vom Jubel über die Auferstehung Christi. Diese frohe Botschaft tragen die Kreuzreiter in ihrer nächtlichen Prozession singend durch die Straßen der Stadt und am Ostersonntag zu Pferde in die Nachbargemeinde Ralbitz.

Aus dem Messbuch der heiligen Kirche, Anselm Schott, 36. Auflage, Freiburg im Breisgau 1932, redaktionell überarbeitet