Grußwort

Herzlich heiße ich Sie auf der Internetseite unserer Pfarrgemeinde St. Mariä Himmelfahrt in Wittichenau willkommen.

Wittichenau (sorb. Kulow) ist eine Kleinstadt in der Oberlausitz im Osten Sachens und liegt etwa 6 km südlich der Stadt Hoyerswerda. Die Bevölkerung ist teils sorbischer (35%), teils deutscher Muttersprache (65%) und hat zur Zeit 6116 Einwohner (Stichtag 1. Mai 2008). Durch die Stadt fließen die kleinen Flüsse Wudra, Schwarzwasser und Klosterwasser, die hier in die Schwarze Elster münden.

Die erste Erwähnung fand villa Wittigenow in einer Schenkungsurkunde der Herren von Kamenz an das 1248 neu gegründete Zisterzienserinnenkloster St. Marienstern in Panschwitz-Kuckau im Jahr 1286. Darin wird Wittichenau als civitatem Wittigenhaw erwähnt.

Der Ortsname geht auf den Gründer Wittigo I. von Kamenz zurück. Witigenow bedeutet die „Aue des Witigo“. Der Ursprung des sorbischen Namens stammt vom Namen des Nachbarortes Keula (sorb. Kulowc) und bedeutet kleines Runddorf.

Wittichenau befindet sich inmitten der Lausitzer Heide- und Teichlandschaft. Das Naturschutzgebiet Dubringer Moor ist ein begehrter Ort für Naturfreunde und das bedeutendste Durchströmungsgebiet des zwischen Elbe und Oder befindlichen Endmoränengebietes. Ein romantisches Waldbad am Rande der Stadt sorgt für Abkühlung während der Sommermonate. Der in der Nähe von Wittichenau liegende Knappensee mit seiner rund 264 ha großen Wasserfläche ist ein bevorzugtes Naherholungsgebiet.

Lebendiges Wittichenauer Gemeindeleben

Unsere Pfarrgemeinde wurde bereits vor 1248 gegründet. Zu ihr gehören zur Zeit ca. 4700 Gläubige, von denen am Sonntag etwa 1800 regelmäßig die Gottesdienste besuchen. Vielfältige Traditionen, wie z.B. die Kreuzreiterprozession, aber auch die vielen Vereine und Verbände prägen das Leben der Pfarrgemeinde.

Die abwechslungsreiche Geschichte unserer Pfarrgemeinde gibt Zeugnis von einem durch die Jahrhunderte gelebten lebendigen Glauben. Denn die Geschichte einer Kirche, einer Pfarrgemeinde ist immer auch die Geschichte von konkreten Menschen, ist die Geschichte von Anbetung, Dank und Bitte. Sie ist die Geschichte von Gottes Nähe unter den Menschen, vor allem in den Sakramenten. Sie ist die Geschichte von Menschen, die sich als Gemeinschaft um den Altar, als Glaubende unter dem Kreuz, als Suchende und als Hörer des Wortes Gottes versammeln. Zu ihnen gehören die Kinder, die spielen und lachen, die Jugend, die diskutiert, gestaltet und tanzt, die Eltern in Sorge um Familie und Arbeit, die alten Menschen mit ihrem Rückblick auf das Leben, die kranken und behinderten Menschen mit der Last ihres Lebens. Diese und all die vielen nicht benannten, sie alle sind Gemeinde als lebendige, betende, sorgende und umsorgte Gemeinde.

Wenn wir als Wittichenauer „Ein Haus voll Glorie schauet, weit über alle Land“ singen, so singen wir es mit Freude und in der Tat, aus welcher Richtung auch immer man sich unserer Stadt Wittichenau nähert: Stolz steht sie da, unübersehbar unsere Pfarrkirche „St. Mariä Himmelfahrt“ mit ihrem massiven Turm, der gleichsam mit seiner Spitze „bis in den Himmel reicht“.

Wir können immer wieder nur staunen und mit Dankbarkeit und Respekt feststellen, dass vor uns viele treue und aktive katholische Christen hier in unserer Stadt gelebt und für ihre Kirche gesorgt haben. Das möge auch in Zukunft selbstverständlich sein, dass jeder Christ sich für die Kirche und seine konkrete Gemeinde einsetzt durch ehrenamtliche Tätigkeit in den Gruppen und Vereinen, bei der Pflege der kirchlichen Räume und Grundstücke wie bei den verschiedenen Baumaßnahmen, nicht zuletzt durch sein Zeugnis in der Welt, damit die „Stadt“ Gottes „auf dem Berge nicht verborgen“ bleibt.

„Sein wandernd Volk will leiten der Herr in dieser Zeit“.

Ja, studiert man die Geschichte unserer Pfarrei, dann zeigt sich: Der Herr hat seine Getreuen durch so manche schwierige Zeiten mit so unterschiedlichen, nicht nur politisch wechselnden Verhältnissen geführt. Und die so oft und immer wieder totgesagte Kirche in unserer Stadt, sie lebt! Aus dieser Rückschau werden wir dankbar für allen gelebten Glauben in Familie, Gemeinde und Gesellschaft und können Vertrauen und Zuversicht für die Zukunft gewinnen oder mit den Worten eines Liedes gesagt:

Hat er nicht zu aller Zeit uns bisher getragen und geführt durch allen Streit? Sollten wir verzagen? Seine Schar verlässt er nicht, und in dieser Zuversicht darf sie’s fröhlich wagen.

— "Singt dem Herrn ein neues Lied" von Georg Kempf Gotteslob Nr. 268, 3. Strophe

So ist unsere reiche Geschichte nicht nur eine Geschichte von Zahlen und Fakten, sondern erzählt uns von Glaubensbewahrung und Bewährung der „kleinen Herde“ inmitten unserer heutigen Diaspora und will uns auch mahnen zum Festhalten am Glauben und in der Treue zum Herrn aller Zeiten, damit sich auch kommende Generationen als „lebendige Steine zu einem geistigen Haus“ zusammenfügen lassen, dessen Grundstein Jesus Christus selbst ist.

Wir hoffen, dass wir – dank moderner Kommunikationsmöglichkeiten – mit diesen Seiten auch Kontakt behalten zu den vielen Wittichenauern, die zu verschiedenen Zeiten, aus verschiedenen Gründen unsere Stadt, unsere Gemeinde verlassen haben oder verlassen mussten. So können wir auch auf diese Weise über weite Entfernungen hinweg miteinander und untereinander verbunden bleiben. Gott segne uns alle!

In herzlicher Verbundenheit
Dr. Wolfgang Křesák, Pfarrer

Wittichenau, am Hochfest der Hl. Hedwig, der Patronin des Bistums Görlitz, 16. Oktober 2008